THEMA – Menschen leiden unter indifferenter Lärmbelastung: Seit Jahren findet sich keine Lösungen und keine Verursacher.

Seit vielen Jahren schon berichten Bürger aus Herdern, Zähringen sowie Gundelfingen über laute Geräusche, die vor allem in den Sommermonaten „stören“. Insbesondere Nachts, wenn es sonst still ist, treten die als rumpelnd bis mahlend beschrieben Geräusche wahrnehmbar auf. In den Höhenlagen besonders deutlich, aber es gibt auch Bürger, die nicht am Hang wohnen und trotzdem belastet sind. Also ein nicht nur punktuell relevantes Problem.

Die betroffenen Bürger haben sich immer wieder an die zuständigen Stellen bei Stadt und Regierungspräsidium gewandt. Auch die Badische Zeitung hat mehrfach über das Lärmproblem berichtet. Doch Linderung gab es in den letzten 15 Jahren kaum. Vor allem ist es, trotz vielen Ansätzen, nicht gelungen, die Lärmquellen zu identifizieren. Spricht man mit den Betroffenen wird zumeist ein Verursacher im Industriegebiet Nord oder entlang der Bahnlinie vermutet. Dort sind einige Betriebe ansäßig, die große Abluft-, Klima- oder Kühlanlagen betreiben und als Quellen für die geschilderte Geräuschkulisse in Frage kommen könnten. Auch die bei der rollenden Landstrasse an der Freiburger Messe wartenden LKW mit Kühlaggregate wurden schon als Ursache in Erwägung gezogen, denn dort entsteht vor allem an warmen Sommernächten erhebliche Geräuschbelastung, die sich bei „passendem“ Wind Richtung Hanglagen ausbreitet und dort dann vernehmlich wahrgenommen werden kann. Die „Rollende Landstrasse“ wurde allerdings Ende 2025 eingestellt – es wird sich im Sommer zeigen, ob die damit weggefallene Lärmquelle als Verursacher für die bekannten Belastungen identifiziert werden kann.

Wahrscheinlich ist aber, dass es noch mehr „Lärm-Orte“ gibt, die von den Bürgern störend wahrgenommen werden. Deshalb wird der Bürgerverein Herdern-Neuburg zusammen mit dem Bürgerverein Zähringen und einer Gruppe Betroffener Bürger in den kommenden Monaten das Problem noch Mal intensiv angehen. Dazu werden die bereits laufenden Lärmerhebungen (durch Bürger) ausgedehnt und zu einer Gesamtübersicht zusammengefasst, die einen Dialog mit möglichen Verursachern und verantwortlichen Behörden erleichtern und zielführender gestalten soll. Ausserdem werden alle Unternehmen im Industriegebiet Nord sowie entlang der Bahnachse, die genehmigungsbedürftige Anlagen mit Lärmemissionen betreiben (Quelle: Regierungspräsidium) angeschrieben; Ziel ist es, auch auf „bilateraler“ Ebene nach Lösungen zu suchen. Ein großer Produktionsbetrieb, Cerida, konnte in der Vergangenheit bereits dazu „bewegt“ werden, auch ohne rechtliche Handhabe seine Lärmemissionen durch die Installation von Schutzwänden zu reduzieren (die BZ berichtete). 

Ziel der Betroffenen ist es, nun so zeitnah wie möglich einen zielführenden Schritt weiter zu kommen und endlich das Lärmproblem mit konkreten Lösungsansätzen anzugehen. Es darf nicht noch mal 15 Jahre dauern, bis klar ist, woher der Lärm kommt, wie man ihn eindämmen oder vermeiden kann und wer Lösungen wann umsetzt.

Melden Sie sich, wenn Sie auch von Lärm betroffen sind – ein „Lärmkataster“ zur Dokumentation und Visualisierung ist bereits angelegt und kann mit zusätzlichen Daten optimiert werden. Hier finden Sie Unterstützung: Lärmerfassung

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