Zusammen mit der Fabrik/Vorderhaus hat der Bürgerverein Herdern-Neuburg am 25.2.2026 zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, bei der sich die Kandidaten der BW-Wahl am 8.3.2026 vorstellen und den Fragen der Anwesenden stellen konnten.
Vor Ort im Saal des Vorderhauses waren: Hannes Wagner (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Böhm (Die Linke), Moritz Maxam (CDU), Viviane Sigg (SPD), Linus Kionka (FDP), Josef Drexl (Die Partei), Georg Köchling (Volt)
Die Veranstaltung war schnell „ausgebucht“, denn vor allem die Schulen im Stadtteil hatten ein reges Interesse, mehr über Programme und Personen der „Wählbaren“ zu erfahren.
Bemängelt wurde im Vorfeld, dass die AfD nicht eingeladen war, aber hier konnte – auch vor Beginn der Podiumsdiskussion – der Gastgeber (Fabrik/Vorderhaus) klar benennen, warum: „Das Vorderhaus steht für kulturelle Vielfalt und interkulturellen Austausch. Die AfD wird als unvereinbar mit diesen Werten betrachtet, was zu einer inhaltlichen Ausladung führt.“ Der BVH sieht die inhaltliche Positionierung der AfD ebenfalls kritisch, ist aber als überparteiliche Organisation grundsätzlich neutral und hätte sich gewünscht, dass alle demokratisch legitimierten Parteien und Personen (gemäß Zulassung zur BW-Wahl) eine Chance zum Austausch erhalten können.
Doch nun zum Inhaltlichen: Nach einer kurzen Anmoderation der Veranstaltung – inklusive Hinweis zur „Nicht-Einladung“ der AfD – startete ein lebhafter wie sehr zivilisierter Austausch.
Dabei war auffallend, wie interessiert und informiert die Schüler waren: von Wehrpflicht über Integration und Wirtschaftssystem-Fragen spannte sich der Dialog. Natürlich wurde auch „pointiert“ seitens der Parteien: so stiess die Idee aus dem Wahlprogramm der Linken, auf Hausaufgaben zu verzichten da nicht jedes Kind die Möglichkeit hätte, diese in angemessener Umgebung konzentriert durchzuführen, auf überraschend wenig Resonanz bei den anwesenden Schülern. Diese sahen Hausaufgaben als durchaus notwendig an und forderten statt deren Abschaffung geeignete Einrichtungen, um auch ausserhalb der privaten Wohnung gemeinsam arbeiten zu können. In den Schulen sind die Klassenzimmer meist Nachmittags geschlossen, die Schüler haben keine Alternativen, weil beispielsweise in der Stadtbibliothek oder gar der UB keine oder kaum Plätze verfügbar sind. In den Stadtteilen fehlen – wie in Herdern-Neuburg – öffentliche Räumlichkeiten komplett.
Beim „Freiburg-Thema“ Verpackungssteuer wurde es dann zum Abschluss noch mal ein wenig kontroverser. Zwar ist hier die Landespolitik nicht zuständig, trotzdem wurde es von den Schülern als eine spürbare und in vielen Fällen unverständliche Belastung empfunden, dass seit Jahresbeginn Verpackungen zusätzlich bezahlt werden müssen. Hier zeigte sich, dass die Stadt Freiburg es scheinbar nicht geschafft hat, ausreichend verständlich zu erläutern, warum die neue Regelung eingeführt wurde. Die Schüler bemängelten, dass es beispielsweise bei Mc Donalds kein Mehrwegsystem gäbe und das die aufgerufenen Abgaben für „eine Serviette“ deutlich zu hoch seien. Die Kandidaten der Parteien schoben sich diesen „schwarzen Peter“ gegenseitig zu, nur der Vertreter der Grünen übernahm eine etwas „abstrakte“ Verantwortung für die Umwelt.
Nach zwei Stunden Fragen und Antworten gab es im Anschluss vor dem Saal des Vorderhauses noch die Möglichkeit, mit den einzelnen Kandidaten ins Gespräch zu kommen, was die Schüler auch intensiv nutzten. Eine erfolgreiche wie sehr gutbesuchte Veranstaltung, die zeigt, wie groß das Interesse und der Bedarf für Austausch zu gesellschaftlichen Themen ist. Vielen Dank an alle Mitwirkenden! (MG)

