Seit dem Brand im Juni 2025 hat das Panorama-Hotel am Hang über Herdern keine Gäste mehr willkommen heissen können. Sah es zunächst noch nach einer temporären Schliessung bis zum Ende der nötigen Renovierungen nach dem Feuer aus, stellt sich nun heraus, dass die Schäden wohl so umfangreich sind, dass eine „einfache“ Wiederinbetriebnahme nicht mehr möglich ist. Vor allem die Rauchgase haben dem Gebäude scheinbar so nachhaltig zugesetzt, dass eine „einfache“ Sanierung nicht mehr denkbar ist. Auch die Abstimmung mit der Gebäudeversicherung geht nur schleppend voran.
Deshalb hat nun der Eigentümer, eine Immobiliengesellschaft aus Berlin, mit Planungen zur weiteren Zukunft des Gebäudekomplexes begonnen – deren erste Ergebnisse am 5.2.2026 dem Gestaltungsbeirat der Stadt Freiburg vorgestellt und dort diskutiert wurden. Statt der Reparatur der Brandschäden ist nunmehr ein kompletter Umbau samt Anpassung des Hotelkonzepts intendiert. Die bisherige Nutzung – Konferenzflächen mit Unterkunft – ist aus Sicht des Eigentümers nicht mehr wirtschaftlich darstellbar, da sich – ua durch Homeoffice und Online-Meetings – das Buchungsverhalten möglicher Kunden grundlegend geändert hat.
Die neue Idee: ein Wellness-Hotel im gehobenen Segment. Dazu muss jedoch das Gebäude umfangreich baulich angepasst werden: größere Zimmer, mehr Fläche im Wellnessbereich sowie insgesamt eine Technikausstattung, die den veränderten Anforderungen gerecht werden kann. Auch eine Erweiterung wünscht sich der Investor – durch ein zusätzliches Stockwerk sollen die nötigen Flächen, die für Wellness-Bereich, größere Zimmer und Technik allokiert werden müssen, kompensiert werden. Die Zimmerzahl soll ähnlich bleiben (aktuell 86).
Der Bürgerverein Herdern-Neuburg hat sich die Pläne angesehen und mit den Zuständigen gesprochen. Was vorgesehen ist – und nun gemeinsam mit der Stadt Freiburg in ein genehmigungsfähiges Projekt überführt werden soll – ist zunächst einmal im Sinne einer Leerstandsvermeidung grundsätzlich zu begrüßen. Die Ideen der beteiligten Architekten sind nachvollziehbar was die Gestaltung der Fassaden in „Blickrichtung Stadt“ betrifft. Hier soll eine „Natur-nähere“ Hülle entstehen, die von Holz und Pflanzen statt wie bislang vor allem Beton geprägt ist. Die ersten Entwürfe deuten darauf hin, dass sich das Gebäude besser in die Umgebung einpassen könnte.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen beim geplanten Um- und Neubau. Zum einen ist die Situation für die benötigten Parkflächen komplex – der BVH sieht hier erheblichen Klärungsbedarf. Vor allem, da vorgesehen ist, den Wellness-Bereich auch „externen Gästen“ zugänglich zu machen – was zusätzlichen Verkehr samt Parkraumbedarf bedeutet. Die bisherigen Ideen für Parkflächen, unter anderem entlang dem Hang hinter dem Hotel mit Eingriffen in die Natur, sind aus Sicht des BVH nicht zielführend. Geklärt werden muss beispielsweise, wie der vorhandene Parkplatz an der Wintererstrasse genutzt werden kann oder ob Verkehrskonzepte mit Shuttlebus oder anderen Lösungen (bspw Quartiersgarage) zielführend sein könnten.
Auch der Gestaltungsbeirat der Stadt Freiburg sieht Nachbesserungsbedarf: das zusätzliche Geschoss wird hinsichtlich der Gebäudestruktur kritisch bewertet – man befürchtet eine ungünstige Veränderung der Proportionen. Ausserdem wurde angeregt, die Gestaltung der Gebäudefront vor allem im Bereich des geplanten vergrößerten Pools zu überarbeiten. Ein „Bruch“ zum bestehenden Hang oder eine höhere Stützwand sollen nach Möglichkeit vermieden werden.
Der BVH wird die weiteren Planungen eng begleiten und dazu auch im Kontakt mit den Verantwortlichen bleiben, die sich bei einer ersten Kontaktaufnahme zugänglich und offen gezeigt haben, über das Projekt zu reden und Ideen wie Bedenken auszutauschen. Auf dieser Basis aufbauend hofft der BVH, dass die Baumassnahmen am Panorama-Hotel so verträglich – was Eingriffe in Gebäudestruktur und Umgebung betrifft – wie erfolgreich – was die notwendigen Arbeiten samt Baustelle wie den zukünftigen Hotel-Betrieb angeht – ablaufen. Wir bleiben dran! (MG)
