AKTUELL – Es ist zu laut – Industriegeräusche stören viele Menschen; was kann man verbessern?

Anwohner aus den nördlichen Stadtteilen von Freiburg sowie aus Gundelfingen und Wildtal klagen seit mehr als 15 Jahren über Lärm aus dem Industriegebiet-Nord, insbesondere in den Nachtstunden. Dann dröhnt, vor allem im Sommer, ein dauerhaftes, technisch anmutendes Geräusch, vergleichbar mit dem Betrieb von Kühl-, Lüftungs- oder Turbinenanlagen. Es sorgt bei vielen Betroffenen für eine dauerhafte sowie nachhaltige Belastung.

Die Karte einer Lärmanalyse der Stadt Freiburg zeigt vier „Hauptquellen“ für Lärm (Nachts) – dort liegt der Geräuschpegel deutlich über 70 dB (lila Markierung, Vergleich: Deutliche wahrnehmbare Belastung am Ort der Geräuschentwicklung, auch über weitere Entfernungen hörbar. Langfristig können bereits Pegel ab ca. 60–65 dB bspw. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen):

Eine Gruppe von Betroffenen hat sich nun, nach bereits mehreren – vergeblichen – Anläufen in den vergangenen Jahren, entschlossen, das Thema „Lärm“ gemeinsam anzugehen. Unterstützung kommt vom Bürgerverein Herdern-Neuburg, dem Bürgerverein Zähringen sowie dem Verein Plan B – gemeinsam sollen neue Wege zur Problemidentifikation und -lösung gefunden werden.

Damit es dieses Mal besser klappt, sind mehrere Schritte zur Lärmfeststellung und dann Lärmminderung vorgesehen, gestartet wird mit einer Kontaktaufnahme zu den möglichen Verursachern rund um das Industriegebiet Freiburg-Nord:
> Cerdia

> TDK-Micronas
> Pfizer Deutschland

> Performance Polyamides 

> BAREG Recycling und Entsorgung

> Remondis


Diese Firmen werden über die Lärmproblematik informiert und gebeten, sich bei der Identifikation und Handhabung möglicher Lärmquellen zu beteiligen. Ausgewählt wurden die im Industriegebiet ansässige Unternehmen auf Basis amtlicher Informationen zum Betrieb potentiell Lärm-relvanter Anlagen, die das RP Freiburg zur Verfügung gestellt hat. Ziel ist es, auch ohne behördliche Zuständigkeit mit den Firmen in Kontakt zu treten und konstruktiv zusammen zu arbeiten.

Die Bürgervereine erklären: „Zu diesem Thema stehen wir seit vielen Jahren im Austausch mit den zuständigen Behörden: dem Regierungspräsidium Freiburg, der Stadt Freiburg sowie dem Landratsamt Breisgau- Hochschwarzwald. Die Problematik ist dort bekannt und wird aktuell – erneut – überprüft.“ Ziel ist es, diese Massnahmen mit mehr Effizienz und besserer Koordination zu unterstützen und so möglichst zeitnah eine Verbesserung für die Lärmgeplagten umzusetzen.

In der Vergangenheit wurden bereits Maßnahmen in Zusammenarbeit mit einzelnen Unternehmen umgesetzt, jedoch ohne durchgreifende bzw. nachhaltige Verbesserung. Zuletzt hat sich nach der Errichtung einer Schallschutzwand durch die Cerdia im Mai 2025 die Situation für einen Teil der Betroffenen verbessert. Gleichzeitig berichten weiterhin zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner von unveränderter Lärmbelastung.

Die Betroffenen erläutern: „Vor diesem Hintergrund vermuten wir, dass mehrere Anlagen im Industriegebiet Nord zu den wahrgenommenen Geräuschen beitragen. Der Leidensdruck ist bei vielen Anwohnern weiterhin hoch, daher muss etwas passieren.“

Die Bürgervereine fügen hinzu: „Gerade die lange Zeitdauer der geschilderten Belastungen – ohne spürbare Lösungen – sorgen in der Bevölkerung für viel Frustration. Wir wollen uns gemeinsam mit Ihnen ernsthaft wie zeitnah darum bemühen, hier „hör“-bare Verbesserungen umzusetzen.“

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