AKTUELL – BVH zu Gast bei der Fraktion der Freien Wähler: Was bewegt Herdern-Neuburg

Am 30.6.2026 waren die Bürger aus dem Stadtteil sowie der Bürgerverein Herdern-Neuburg zu einer Diskussionsrunde mit Vertretern der Freien Wähler (Gemeinderats-Fraktion/ Kreisverband) eingeladen.

Ziel war es, mehr über den Stadtteil und die Wünsche/Herausforderungen der Bürger dort zu erfahren – und gemeinsam nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, um Lösungen zu finden. Ein reger Austausch fand statt, folgende Themen aus dem Stadtteil hat der BVH eingebracht:

1. Bebauung und Verkehr in Herdern-Neuburg
Der BVH wünscht sich seit vielen Jahren eine strukturiertere Vorgehensweise beim Thema Bauen. Idealer Weise definiert auf Basis von (ggf auch „einfachen“) Bebauungsplänen, da diese (so zeigt sich stadtweit) die einzige zielführende weil rechtlich praktikable Lösung sind. In mehreren Workshops hat der BVH in 2025 ein Positionspapier zum Thema Bauen entwickelt, das vor allem auf der „einfachen“ Grundformel „Versiegelung“ aufbaut.

Ziel ist es, über die genau Dokumentation von Versiegelung eine Steuerungsgröße zu etablieren, die möglichst viele Elemente einer zukunftsfähigen Stadtplanung integriert (Klima, Umwelt, Infrastruktur, soziale Gerechtigkeit). Leider ist der BVH mit der Stadtverwaltung noch nicht zu einem gangbaren weil nachvollziehbaren Weg im Themenkomplex Bauen und Verkehr – auf Basis der Idee zur Vermeidung von Versiegelung – gekommen, trotz umfangreicher Kommunikation. Vielleicht hilft es, mit dem GR weiter zu überlegen, wie man Freiburg sinnvoll und nachhaltig entwickeln kann.


Der BVH sieht ausserdem auch Möglichkeiten zum Entsiegeln vor allem auf Verkehrsflächen, da diese (bspw. nach Einführung Anwohnerparken) nur noch in Teilen ausgelastet sind / benötigt werden. Hier könnte wichtiger „Ausgleichsraum“ für Nachverdichtung oÄ geschaffen werden. Auch eine höhere Bauweise zur Vermeidung von Flächenverbrauch wäre aus Sicht des BVH auf Basis einer abgestimmten städtebauliche Entwiclungsplanung gut denkbar.

Ebenfalls wichtig für die Bürger wäre ein bessere Planung bzgl. Diensleistungs-Angeboten vor Ort für Bankgeschäfte, Nahversorgung und Gewerbe – hier müsste aus Sicht des BVH ebenfalls „städteplanerisch“ gehandelt werden.

2. Bürgerarbeit
In Herdern-Neuburg fehlt es an Flächen für Bürgerarbeit. Es gibt kein Stadtteilzentrum oÄ, auch das JuFo ist räumlich sehr bescheiden ausgestattet. Treffen, Aktionen oder Vereinsarbeit ist unter diesen Voraussetzungen nicht nur für den BVH sondern auch für andere Vereine im Stadtteil schwierig.

Daher wünscht sich der BVH einen Ort, den Bürger mit ihren Ideen, Wünschen und Problemen ansteuern können und an dem das Ehrenamt im Stadtteil eine funktionale Heimat finden kann. Der BVH würde sich freuen, wenn aus dem GR hierzu Unterstützung kommt. Es ist ja eher stadtweiter „Standart“, über Stadtteilzentren „zu verfügen“ – siehe aktuell auch die Planungen zu Dietenbach. Herdern-Neuburg ist einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile in Freiburg und würde aus unserer Sicht für seine lebendige Bürgerarbeit ein räumliches Zentrum „verdienen“.

3. Mobilität und Lärm
Der Radschnellweg RS6 bringt neue Verkehrsinfrastruktur in den Stadtteil – das begrüßt der BVH! Nun muss dafür Sorge getragen werden, dass es mit dem Anschluss gen Norden (Zähringen und weiter nach EM/Waldkrich) unbedingt klappt, damit keine „Investitionsruine“ am RS6 in Herdern/Neuburg entsteht. Es ist unverständlich, warum immer noch kein abgeschlossener Plan für die Umsetzung des Abschnitts durch Zähringen und weiter Richtung Emmendingen und Waldkirch vorliegt.

Am Hang über Herdern, entlang der Sonnhalde unterhalb der Panoramawiese, hat sich in den letzten Jahren ein „Hotspot“ für Autofahrer etabliert, die dort sich selbst und ihre Vehikel „ausstellen“. Trotz Parkverbot ist abends /nachts die gesamte Strassenseite „mit Aussicht“ beparkt, laute Motorengeräusche („Tuning“) untermalen das Ganze. Neben der nicht unerheblichen Lärmbelästigung für die Anwohner und andere Nutzer der Freizeitflächen an der Panoramaweise zeigt sich hier exemplarisch ein „Freiburger“ Problem: fehlende Kontrolle (und Ahndung) von aufgestellten Regeln. Weder Polizei noch Amt für Öffentliche Ordnung kommen hier (und vor allem bei Lärmbelästigung auch an vielen anderen Orten im Stadtteil) ihrer Aufgabe nicht nach: Bürger vor (erkannten und behördlich regulierten) Verstössen zu schützen. Das sorgt für Frustration und „Politikverdruss“.

4. Rheintalbahn
Der BVH wünscht sich, dass bei den Planungen für die Erneuerung der Rheintalstrecke durch die Freiburger Bucht die Bedürfnisse der Bürger aus Freiburg im Vordergrund stehen, vor allem was Sperrungen in der Bauphase oder Anpassung an den Bedarf nicht nur Fernverkehr sondern auch ÖPNV vor Ort betrifft. Der BVH hat die Befürchtung, das übergeordnete Themen (Deutschlandtakt) hier vor lokale/regionale Anforderungen gehen. Und, Beispiel Stgt 21, am Ende die Bürger vor Ort viele Einschränkungen (Wegfall Schienenverkehr für 8-10 Jahre) und nur wenige Vorteile (höhere Reisegeschwindigkeit ICE) erfahren. Der GR könnte hier als „Anwalt der Bürger“ mehr Druck auf die Stadt machen, sich um ein wirkliches ÖPNV-Zukunftskonzeot für Freiburg und die Umgebung zu engagieren. Solche Pläne sind dem BVH nicht bekannt bislang.

5. GrünOasen-Programm
Der BVH hat sich unmittelbar nach Bekanntgabe dieses städtischen Programms mit einem Konzept für mehr Grün und vor allem bessere Aufenthaltsqualität „beworben“ – leider kommen viele andere Projekte zum Zuge und bis dato nichts aus unserem Stadtteil. Das gute Programm GrünOasen müsste aus Sicht des BVH besser konzipiert werden und sollte unbedingt auch bürgerschaftlichen Projekte umsetzen. Dazu wäre es gut gewesen, Ideen zu sammeln und die dann gemeinsam mit bspw GR und BVs zu bewerten und dann in einen Umsetzungsplan zu überführen. Wir in Herdern-Neuburg würden gerne zeitnah aktiv(er) werden!

6. Sport-Quartier Freiburg Nord
Auf dem und rund um das Gelände der Alemannia soll in den kommenden Jahren ein neues Sport-Quartier entstehen. Der BVH ist in diese Planungen, die für den Stadtteil wichtig sind weil die Flächen unmittelbar angrenzen und von vielen Bürgern (und Kindern) aus Herdern-Neuburg genutzt werden, bislang von Seite der Stadt Freiburg nicht eingebunden. Dank Alemannia werden wir regelmäßig informiert, wünschen uns aber, das sowohl der BVH als auch der BV Brühl zeitnah besser integriert und gehört werden. Unbedingt zu vermeiden ist eine Zerstückelung des Bestandsgeländes, das als Park eine ganz wichtige Funktion einnimmt.

Der BVH freut sich auf den weiteren Austausch mit den Freien Wählern! (MG, Foto: Freier Wähler)

 

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