Viele Jahre schon „schlummert“ das Behörden-Gelände (zw. Stefan-Meier-Str. und Sautierstr.) vor sich hin und zeigt zuletzt erste deutliche Anzeichen von Vernachlässigung. Höchste Zeit, dass mit dem einzigartigen Areal mitten in der Stadt etwas vernünftiges passiert – und das strukturiert und nicht wie beim Negativbeispiel am Güterbahnhof ohne richtiges städtebauliches Konzept (zum Beispiel: kaum größere, zusammenhängende Grünflächen, ein Platz der viel zu heiss ist im Sommer weil ohne Bäume, keine öffentlichen Freizeiteinrichtungen, ÖPNV-Erschliessung ausbaufähig, große Verkehrsflächen).
Durch das regelmäßige wie konsequente Nachfragen des BVH sind wir aktuell in die laufenden Entwicklungen – hier das Verfahren eines städtebaulichen Wettbewerbs – aktiv involviert. Gerade wurden, Ende Juli, die Zwischenergebnisse der sieben beteiligten Architektur- und Stadtentwicklungsbüros bei einem gemeinsamen Termin der Grundstückseigner – das sind vor allem die Bundes-Immobilienagentur (Bima) sowie das Land Baden-Württemberg (Vermögen&Bau) – vorgestellt. Noch waren die dort gezeigten Ideen eher kursiv, aber das Potential des Gebiets war klar erkennbar.
Nachdem sich auch der BVH im letzten Jahr intensiv mit dem Gelände und seiner möglichen veränderten Nutzung beschäftigt hat, war es interessant zu sehen, wie sich die Interessen der Verantwortlichen „entwickeln“. Noch vor Kurzem wurde beispielsweise eine Nutzung von Teilflächen für Wohnen kategorisch ausgeschlossen, nun wird auch dieser wichtige Bereich in die Pläne integriert und alle Beteiligten können sich neue Wohnungen gut vorstellen. Ganz konkret wird es auf einer Fläche entlang der Stefan-Meier-Str bereits durch die Freiburger Stadtbau (FSB), die dort auf einem von der Stadt erworbenen Grundstücksstreifen zwei Wohngebäude errichten will. Leider ohne den nun laufenden städtebauliche Wettbewerb abzuwarten – es wurde deutlich, dass die Planungsexperten die Herauslösung eines Teilgebiets (wie hier für die FSB erfolgt) als wenig zielführend oder sogar bzgl. der Gesamtentwicklung des Geländes als kontraproduktiv sehen. Man wird überlegen, ob hier noch Anpassungen denkbar sind – der BVH bleibt dran.
So wie auch am Gesamtverfahren, das bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll. Dann wird es ein Zukunftskonzept geben, an dem sich die konkreten Bauplanungen ausrichten können.
Dem BVH sind folgende Komponenten für das Behörden-Areal besonders wichtig:
- Integration ins Umfeld: hier muss sicher gestellt sein, dass die „Aussenbeziehungen“ des aktuell eher abgeschlossen wirkenden Gebiets besser gestaltet werden. Es muss „Teil von Herdern“ werden und darf nicht wie aktuell als „Niemandsland“ mitten in der Stadt weiter schlummern.
- Grünflächen: Viele große Bäume stehen auf dem Areal, dazu wertvolle Grünflächen, die unbedingt im vorhanden Umfang erhalten oder sogar noch ausgebaut werden sollten. Ein substantieller Park, für alle zugänglich und mit hoher Aufenthaltsqualität, sowie eine funktionale Durchwegung auf dem Gesamtgelände sind für den BVH unverzichtbar.
- Strukturierte Entwicklung: Der BVH hofft, dass das wertvolle Areal auf Basis eines zielführenden Plans und nicht nach „Gusto“ der unterschiedlichen Grundstückseigner entwickelt wird. Unbedingt zu vermeiden ist ein „Flickwerk“ von Einzelmassnahmen, so wie aktuell leider beim FSB-Neubau absehbar. Auch zu vermeiden ist ein jahrelanger Stillstand nach Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbs, der aber bereits einen Fokus auf die stufenweise Umstrukturierung des Geländes legt. Es wird spannend, wie sich das die Experten vorstellen – sprich wann was abgerissen, neu-gebaut oder verändert werden soll.
- Möglichkeiten nutzen: Der BVH wünscht sich eine möglichst baldige Verbesserung der Nutzung des Geländes: Vor allem weniger Fläche für Parkplatze, mehr Fläche für Park und Aufenthalt. Das sollte umgehend angegangen werden, der BVH wird hierzu noch konkretere Pläne ausarbeiten und nach der Sommerpause vorstellen.
Der BVH freut sich auf die weiteren Entwicklungen auf und um das Behörden-Park-Gelände. Ihre Anregungen und Ideen sind dabei jederzeit willkommen! Helfen Sie mit, dass aus dem Areal eine wertvolle Ergänzung für Herdern und Freiburg wird – und dass endlich sichtbare Bewegung in die Entwicklung kommt! (MG)

